Silke Boldt Autorin
Silke BoldtAutorin  

Interview der Autorenkollegin Ella Larssen mit Silke Boldt:

 

 

1. Wann und weshalb hast du mit dem Schreiben begonnen?

Ich habe ganz klassisch als Kind Tagebücher und immer wieder kurze Geschichten geschrieben. Zwar fühlte ich mich dem Schreiben leidenschaftlich verbunden, wagte dennoch kein Risiko einzugehen und belegte einen Studiengang, der lukrativere Einkünfte versprach. Die Jahre vergingen, die Leidenschaft zum Schreiben blieb. Ich baute sie aus im Mutterschutz und setzte ein Literatur-Fernstudium obendrauf. Nach dessen erfolgreichem Abschluss 2012 und durch die Ermunterung meiner Mentoren entschied ich mich, endlich die Profession zu wechseln und beruflich dem nachzugehen, was mich glücklich macht. Unterstützt von meiner Familie vollzog ich den Schnitt und entschied mich für meinen Traumberuf. Bis heute habe ich es nicht bereut.

 

2. Hast du schriftstellerische Vorbilder?

Ich lese sehr viel und alle Genre aus der Vergangenheit und Gegenwart, auch Klassiker. Sich da auf ein paar Vorbilder festzulegen, ist unmöglich. Die Vielseitigkeit des Lesestoffes nutze ich als Autorin, um meinen Blickwinkel für das eigene Geschriebene zu schärfen, damit letztlich die Formulierungen des Textes so stimmig sind, dass es den Leser begeistert.

Aber mein knurriger, ewig mürrischer, von der Lebensgefährtin verlassener und vom jungen Kollegen dauergenervter Kommissar List aus meinem Krimi

IM ZAUBER DER MADONNA erinnert schon ein wenig an die „Miss Marple“ von Agatha Christie. Doch betrachte ich die raffinierten Fälle dieser schrulligen Romanheldin nicht als Vorbild, besser als Inspiration, weil mein eigenwilliger Anti-Held eher handelt wie man es aus einem amerikanischen „Film Noir“- Streifen kennt. Er ist eine Person, wie ihn das heutige Leben zeichnet und so viel sei verraten, ich gebe ihm die Chance, sich zu wandeln.

 

3. In welchem Genre schreibst du überwiegend und weshalb?

Mit dem Schreiben halte ich es wie mit dem Lesen, ich schreibe das, worauf ich gerade Lust habe, manchmal auch, wie es meine Stimmung zulässt, also kein festgelegtes Genre. Angefangen hat das, als ich mit der Überarbeitung des zweiten Krimis ins Stocken geriet. Ich kam nicht voran, wurde ungeduldig, legte das Geschriebene beiseite und begann ein neues Projekt. Zwischenzeitlich vollendete ich ein Drama, einige Kurzgeschichten, schrieb im Genre der leichten Unterhaltung (so genannte Heftromane) und stehe kurz vor Beendigung eines fantastischen Romans. Mein zweiter Krimi steht kurz vor seinem letzten Schliff.

 

4. Woher nimmst du die Inspiration für deine Romane?

Ich habe schon immer gern Menschen und ihre Verhaltensweisen beobachtet. Das kommt mir für meine Arbeit zugute. Jede Kleinigkeit aus der alltäglichen Umgebung kann zur Idee erwachen und für Überraschungen sorgen. Manchmal nehme ich mir bewusst Zeit und genieße die Dinge, die mich glücklich machen, denn diese regen immer meine Fantasie an. Mir reicht ein Satz, ein Wort, eine Person oder eine Situation, manchmal ein Traum, und schon geht die Fantasie mit mir durch. Es ist das Leben, das mir die Zutaten reicht, und meistens endet die Inspiration an meinem Schreibtisch, um Dialoge, Szenen oder Handlungen festzuhalten. Nicht zuletzt verbinden sich Träume mit meiner Fantasie. Es schadet ja nicht, in den Wolken zu schweben und zu träumen von einem entfernten Kosmos oder sich entführen zu lassen in das Schloss der Fantasie.

 

5. An welchen Projekten arbeitest du zur Zeit?

Es sind einige Projekte, mit denen ich mich derzeit beschäftige. Nachdem ich endlich Struktur in meinen 2. Krimi gebracht habe, steht dessen letzter Schliff noch aus. Das fertige Manuskript eines Liebesdramas um Leben und Tod muss vor Veröffentlichung lektoriert und testgelesen werden. Mehrere Kurzgeschichten liegen fertig auf Eis. Ich konnte mich bisher nicht durchringen, sie zu veröffentlichen. Der fantastische Roman einer jungen Frau, die durch das Abenteuer ihres Lebens die Geheimnisse ihrer Familie ergründet, geht in das letzte Schreibdrittel. Ein weiteres Liebesdrama wartet auf ein Ende. Die Idee eines weiteren Romans um zwischenmenschliche Beziehungen habe ich auf zwanzig Seiten festgehalten. Das Handlungsgerüst für meinen 3. Krimi ist notiert. Weitere angefangene Projekte verharren in der berühmten Schublade.

Seit einiger Zeit führe ich ein Schreibtagebuch, um einen detaillierten Überblick über meine Schreibgewohnheiten zu erhalten. Ich überlege noch, ob ich das auf meiner Website online stelle. Einige Dinge passieren, es geht voran. Im Zuge all dieser Überlegungen plane ich, meinen 1. Krimi neu aufzulegen. Nach all den Jahren ist es Zeit für eine Runderneuerung. Die Details zum Ablauf stehen noch aus. Allerdings weiß ich bereits jetzt, dass ich kein neues Projekt beginne, bevor die vorhandenen nicht weitestgehend abgearbeitet sind.

 

6. Welche Ratschläge würdest du angehenden Autoren geben?

Ratschlag ist ein Wort mit so bedeutender Tragweite, dass ich mich nach all den Jahren noch immer in der Position fühle, eher einen solchen anzunehmen. Unumstritten, der Weg zur erfolgreichen Autorin ist lang, sehr lang, und je mehr Zeit zwischen den Veröffentlichungen der eigenen Werke verrinnt, umso steiniger wird er. Viele neue Autoren drängen täglich auf den Buchmarkt. Aber ich bin wie ich bin, ich liebe meine Arbeit, immer nach dem Motto: Qualität geht vor Quantität. Ich kann da auch nicht aus meiner Haut und glaube, es ist eben wichtig für einen selbst, sich nicht verbiegen zu lassen. Natürlich brauchst du dafür eine gehörige Portion Geduld, gefolgt von disziplinierter Arbeit und einem Haufen Motivation. Doch über allem steht die Liebe zum Schreiben und zu Büchern. Die ist Teil meines Lebens, spornt mich an in Zeiten, in denen es weniger gut läuft und sorgt für die innere Zufriedenheit. Für mich als Autorin ist es eine Erfüllung, leere Seiten zum Leben zu erwecken.

 

An dieser Stelle noch einmal, herzlichen Dank, liebe Ella Larssen!

Ich freue mich, auf deiner Homepage dabei sein zu dürfen.