Silke Boldt Autorin
Silke BoldtAutorin  
21.09.2020
Silke schreibt
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Derzeit wird viel diskutiert, ob Zuschauer in diesen Zeiten für ein Fußballspiel zugelassen werden oder nicht. Obwohl ich zur Stammbesatzung meines Heimatvereins Hansa Rostock gehöre, rückt diese Diskussion angesichts des Schicksals, von dem ich euch erzählen möchte, in den Hintergrund. Ich bin ihm begegnet vor dem Ostseestadion, dem alten Mann mit den vielen Kleidungsstücken übereinander, schmutzig, abgerissen, notdürftig geflickt. Sein Gesicht gerötet, die Haut rissig, in der Hand eine Aldi-Tüte. Er durchwühlte die Abfallkörbe vor dem Stadion. Er trat auf mich zu. Ich fühlte Verunsicherung aufsteigen. Warum? Mit krächzender Stimme fragte er mich nach einer Pfandflasche und einer Zeitung. Seine wässrig blauen Augen blickten bittend auf meine Coladose und die Stadionzeitung des Vereins in meinen Händen. Flaschen klirrten in seiner Tüte. Er trug das Behältnis wie ein Schutzschild vor seinem Körper. Wir musterten einander schweigend. "Ich wurde arbeitslos, hörte ich ihn sagen, die Frau lief weg, die Wohnung wurde mir gekündigt. Seitdem ...". Seine Stimme brach. "Das tut mir leid", entgegnete ich reichlich unbeholfen. Über die lärmende Umgebung legte sich eine traurige Stille. Nochmals bat er um die leere Dose und die Zeitung. Ich reichte ihm die Büchse und trat aus der Menschenschlange vor dem Einlass. Was konnte ich noch tun? Ich mochte ihn nicht beleidigen.  Ich fragte ihn, ob ich zu der Zeitschrift noch etwas Geld hinzufügen dürfte. Er nickte. Ich übergab ihm alles Bargeld, was ich an diesem Nachmittag bei mir hatte. Es war ein bescheidener Betrag, seine Not zu lindern. Er bedankte sich blinzelnd, neigte den Kopf leicht beiseite. Doch ich sah die Traurigkeit in seinen Augen. Ich kämpfte mit den Tränen. Er winkte mir zu, wandte sich ab und verschwand in der Menge. Ich blieb bestürzt zurück mit Fragen, auf die ich keine Antwort fand. Wie ist sein Leben? Mit wem redet er, all die Zeit allein auf der Straße? Wo geht er hin? Wieso hat es ihn getroffen? Wie lange schon? Wie begegnet er der Einsamkeit? Das Fußballspiel war trotz eines Heimsieges an diesem Nachmittag nur Nebensache. Es war nicht mehr wichtig. Meine Gedanken schweiften ständig ab.  "Wir haben in der deutschen Gesellschaft zu viele Schiedsrichter und zu wenige Spieler."  (Lothar Späth) (Click-to-Tweet) Die einen gewinnen, die anderen verlieren. Im Leben ist es wie im Spiel. Nur das Gewinnen zählt. Das Verlieren kommt mit einem Leid daher, auf das jeder gern verzichtet. Obwohl die Begegnung bereits einige Monate zurückliegt, beschäftigen mich nach wie vor die offenen Fragen, weil dieser alte Mann mir verdeutlicht hat, wie stark er in seinem Schmerz ist.
14.09.2020
Silke schreibt
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In dem Augenblick, da ich diesen Blogbeitrag schreibe, sollte ich doch schreiben. Moment mal, jetzt ist sie durchgedreht 😃 Sie schreibt doch. Ich schreibe viel, wenn der Tag lang ist, aber oft nicht an meinen Projekten. Ich beantworte E-Mails, gebe schriftliche Kommentare ab, schreibe Blogartikel, bestücke meine Social-Media-Kanäle oder mache Eintragungen in mein Online Tagebuch. Klar, ich schreibe. Aber wie ist das wirklich mit dem Schreiben? Ich fühle mich da eher wie ein Blatt im Wind, das hin und her treibt oder irgendwo hinweht, ohne ein vorgegebenes Ziel. Was ja auch wieder nicht stimmt. Das Ziel ist definiert, aber der Weg dorthin ist lang. "Auf vielen Wegen kannst du dich verlieren. Finden nur auf deinem." (Else Pannek) (Click-to-Tweet) Nun tröste ich mich mit dem Wissen, dass Rosamunde Pilcher ja auch erst mit 65 Jahren den großen Durchbruch hatte. Bis dahin verbleibt mir noch ein bisschen Zeit. Kann ich demnach weitermachen wie bisher? Bloß nicht. Will ich nicht, kann ich nicht, geht nicht, weil ich sonst niemals fertig werde. Manchmal ist es schwer, diszipliniert an einem Projekt zu schreiben. Sobald mich eine neue Schreibidee überkommt, klammert sich diese an mir fest, geht mir unentwegt durch den Kopf, lässt mir keine Ruhe bis ich mich hinsetze und diese endlich aufschreibe, ja sogar die ersten Seiten und das grobe Handlungsgerüst wollen festgehalten werden. So entsteht immerzu ein neues Projekt. Ich habe derzeit ein paar angefangene mit mehreren bis vielen Seiten laufen. Und es hört nicht auf. Die neuen Ideen stürzen sich auf mich, und ich verliebe mich jedes Mal in sie. Den Einfällen muss ich doch nachgehen, oder? "Eine Idee ist wie ein Vogel. Wenn du sie nicht festhältst, fliegt sie davon." (Dittmar Prasse) (Click-to-Tweet) Ihr seht, alles fällt unter die Kategorie schreiben, bloß mit dem Umstand, dass ich mit den laufenden Projekten in dem Tempo nur langsam bis gar nicht vorankomme. Da nörgele und zetere ich herum, habe alles für euch festgehalten und merke erst nebenbei, dass es mir besser geht. Jetzt ist mein Kopf frei für's Schreiben. Ich mache mich sofort an die Arbeit. List 3 wartet längst auf mich ✍
07.09.2020
Silke schreibt
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Die nachstehende Episode ist Teil meines 2. noch unveröffentlichten Krimis. Für diesen Beitrag habe ich sie gekürzt und stellenweise neu verfasst zur Erinnerung an einen Seemann, dessen Worte unvergessen bleiben. "Nicht Worte sollen wir lesen, sondern den Menschen, den wir hinter den Worten fühlen." (Samuel Butler) (Click-toTweet) List betrat die schummrige Bar, quetschte sich zwischen unzähligen Leuten hindurch und setzte sich auf einen Barhocker. Neben ihm hockte ein Fremder. »Wo kommst du denn her?«, deutete der auf seine nasse Kleidung. List blickte an sich hinab. »War auf der Mole.« »Spazieren? Im Dunkeln?« List nickte verlegen. »Warum?« »Musste nachdenken.« »Ach.« ... »Öfter hier an der See?« »Bisweilen«, gab sich List wortkarg. »Ich bin Warnemünder«, unterhielt ihn der Fremde mit dem wettergegerbten Gesicht, »könnte nie woanders leben als am Meer. Das Meer ist unvergleichlich. Wusstest du das?« »Ja.« »Redest nicht viel oder?« »Hm.« »Ich bin früher zur See gefahren auf allen Weltmeeren, ging in zahlreichen Häfen an Land und liebte nichts mehr, als das Einlaufen in den Heimathafen. Wenn mich in der Ferne das Heimweh plagte, träumte ich von Rostock-Warnemünde. Man muss wissen, wohin man gehört.« »Beneidenswerter Zustand«, murmelte List. Eine Weile schwiegen sie gemeinsam. ... »Ich kenne das Gefühl, auf der Stelle zu treten.« Die Augen des bärtigen Mannes musterten ihn wachsam. »Woher weißt du das, Seemann?« Der winkte ab. »Hauptsache, du bist von der Richtigkeit deines Handelns überzeugt.« »Natürlich.« »Dann treibe es voran!« List wiegte den Kopf. »Wenn das so einfach wäre.« Der andere lachte. »Es ist einfach.«  Wortlos hob er die Hand zum Gruß und verschwand in der Menge. "Lass deine Taten sein wie deine Worte. Und deine Worte wie dein Herz." (Ludwig Uhland) (Click-to-Tweet) Mehr braucht es nicht. 💗Du, Seemann,💗 hast mir die Worte gelehrt. Deine Geschichten vom Meer, von der Fremde und der Liebe bleiben für immer in meinem Herzen. RIP.
Nachdem ich in der letzten Woche über 7 Quellen der Inspiration geschrieben habe, möchte ich euch eine meiner schönsten Quellen nicht vorenthalten. Es gibt einen Ort der Inspiration, den ich seit vielen Jahren in meinem Herzen trage. Gerade in diesen Zeiten denke ich oft an den Zauber Cornwalls, und mit der Sehnsucht schmelze ich dahin.  In 2013 i spent my holidays in Cornwall, UK. I lived there in a nice cottage near the ocean without tv, telefone, wifi or mobiltelefone. It was a great period for myself. I walked over the cliffs at the Cornwall Coast, saw over the ocean and found many ideas for my writing work. Thanks so much Mandy and Peter for your hints and the  wonderful time with your family and friends. Good luck! 14 Tage Urlaub ohne elektronische Medien hieß stressfreie Zeit zum Nachdenken über Strategien, das Schreiben, anstehende Projekte sowie die künftige Ausrichtung. Ich hatte nie geglaubt, dass es möglich wäre, so abgekoppelt von allen Leuten und Geschehnissen zu urlauben. Ich lief entlang der endlosen Klippenpfade an Cornwalls wunderschöner Küste, betrachtete die tosenden Wellen, ließ meinen Gedanken ihren Lauf und fühlte die zunehmende Freiheit in meinem Kopf. "Du musst nicht immer einen Plan haben. Manchmal musst du nur atmen, vertrauen, loslassen und schauen, was passiert." (Verfasser unbekannt) (Click-to-Tweet) Mehr und mehr formten sich neue Ideen und gestalteten sich Perspektiven, die nach Umsetzung verlangten. In vollkommener Ruhe stellte ich Vorhandenes infrage, suchte und fand andere Wege und Lösungen für altbekannte Probleme.  Es gab schaurig schöne Orte, die mein Schreiben inspirierten. Ich musste nicht danach suchen, nur hinsehen. Die uralten Grabstätten erzählten mir ihre eigenen Geschichten. Ich musste nur hinhören. Vollkommene Stille fand ich in Mawgan Porth. Der Zauber Cornwalls umgab mich überall. Meine Lieblingsplätze luden zum Verweilen ein. Die Abgeschiedenheit inspirierte mich und mein Schaffen in einer Art, wie ich es vorab nicht kannte. Gleich mit mehreren Einfällen kehrte ich nach Hause zurück. Gern wäre ich länger geblieben, doch die eingefangenen Inspirationen forderten ihre Umsetzung. Ich war motiviert bis in die Haarspitzen und fuhr voller Tatendrang nach Deutschland. Ich hatte zu mir selbst gefunden! "Sometimes in the wave of change we find our true direction." (unknown) (Click-to-Tweet) Mein gegebenes Versprechen bewahre ich bis heute. Eines Tages kehre ich zurück nach Cornwall, lasse mich verzaubern und inspirieren. Sei es nur, um auf der Bank zu sitzen und den Ausblick zu genießen.
24.08.2020
Silke schreibt
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Du fühlst dich gefangen in einem Loch? Dabei willst du doch schreiben. Aber so richtig weißt du nicht, wie es weitergehen soll mit deinem Buch. Das Lächeln vergeht mehr und mehr, weil deine Story sich zäh gestaltet. Dein Spiegelbild schaut mürrisch zurück. Sogar das Geschriebene stellst du auf einmal infrage. Ich kenne diese Stimmungen, und ich habe mir sagen lassen, dass es viele Autoren trifft. Deshalb lass dich inspirieren, um wieder lächelnd in den Spiegel zu schauen und dein Projekt voranzutreiben. 1. Nutze den Alltag mit seinen Facetten und nimm all die Kleinigkeiten wahr  Es geht ja vielen so. Hektik bestimmt den Alltag. Er läuft routiniert und in bestimmten Bahnen ab. Viele Dinge verrichten wir, ohne ihnen eine besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Man muss eben Dieses und Jenes erledigen. Zwischen all dem Hin und Her übersieht man schon mal die winzigen Kleinigkeiten, welche ein Lächeln auf unser Gesicht zaubern oder uns dankbar innehalten lassen. Dabei hält jeder Tag unseres Alltags Kleinigkeiten bereit, die uns motivieren und inspirieren. Wir müssen sie nur wahrnehmen, wie den Duft deiner Lieblingsrose, den Zauber eines guten Buches, das Vogelzwitschern am frühen Morgen oder eine Liedzeile, ein Wort, die Begegnung mit einem liebenswerten Menschen oder die Freude über ein gelungenes Projekt. Es gibt da so viel, schau nur genau hin. 2. Notiere täglich 5 Wörter, die deine Stimmung widerspiegeln Mit dieser Methode habe ich angefangen an einem Tag, an dem es mir mental nicht besonders gut ging. Mittels eines Online-Tagebuches habe ich versucht, mich selbst zu motivieren und täglich Wörter notiert, die mich aufrichten. Nach ein paar Tagen schon ging es mir besser. Das regelmäßige Notieren von Wörtern habe ich seitdem beibehalten. Meine Notizen spiegeln fortan die Stimmung jedes einzelnen Tages wider. 3. Jongliere mit Wörtern, suche bewusst nach Synonymen Jeder Autor spielt gern mit Worten. Bewusst eingesetzt sind sie eine Macht, die Gefühle, Vorstellungen, Bilder und Erinnerungen auslösen. Doch auch Wörter sind austauschbar. Es macht Spaß, gezielt nach passenden Worten zu suchen, die dem ursprünglichen gleichen oder einen sehr ähnlichen Bedeutungsumfang haben. Dafür durchsuchst du nicht das Synonymwörterbuch, sondern wirst selbst kreativ. Du wirst erstaunt sein, welche Ideen dir einfallen. 4. Begib dich auf die Reise in dein inneres Ich, deine Biografie bewirkt Wunderliches Jeder Mensch trägt Erlebnisse und Erinnerungen mit sich herum. Und je länger man über sein eigenes Leben nachdenkt, um so deutlicher tritt Vergangenes hervor. Auf einmal kommen Dinge zum Vorschein, die man längst in sich begraben hat. Das Interessante ist, wie sich der eigene Blickwinkel verändert hat. Im Laufe der Zeit ist das eine in den Hintergrund getreten, das andere in den Vordergrund. Was mir vor Jahren wichtig erschien, ist heute Nebensache. Übrigens habe ich mich mit diesem Thema bereits in meinem Blogbeitrag Worüber willst du schreiben?  beschäftigt. Deine Biografie schafft also ganz eigene Szenen, die du für das Schreiben nutzen kannst. 5. Lies Zitate Das tue ich ja leidenschaftlich gern. Zitate geben mir immer Denkanstöße. Sie vermitteln mir, wie ich sein möchte, was ich schaffen kann oder den Weg, wie ich dahin komme. Die eigenen Ideen festhalten und entwickeln, an sie glauben und sich nicht beirren lassen, manchmal kämpfen gegen alle Widerstände. Gerade, weil der eingeschlagene Pfad manchmal steinig ist, braucht es motivierende Worte weiterzumachen und nicht aufzugeben. Ich habe mir dafür eine App auf mein Handy geholt, die mir täglich ein inspirierendes Zitat sendet. "Glaube daran, dass du es schaffst und du hast schon den halben Weg gemeistert." (Theodore Roosevelt) (Click-to-Tweet) 6. Rede mit jemandem über deine Ideen Der Austausch mit Gleichgesinnten hilft ungemein, die eigenen Ideen zu entwickeln und später in Worte zu fassen. Auch das Reden mit den Lieblingsmenschen ist hilfreich. Mit ihnen zu diskutieren, treibt wundersame Blüten. Bei mir sind aus solchen Gesprächen mitunter ganz wunderbare Triebe gewachsen, weil die Blickwinkel der Außenstehenden ganz andere Sichtweisen vermitteln. Wenn sich dann Lösungen wie selbstverständlich abzeichnen, frage ich mich, wieso ich nicht selbst darauf gekommen bin. Ja nun, mein Blick war eben kurzzeitig verstellt 😀 7. Geh raus in die Natur Die Natur inspiriert ja immer. Am liebsten spaziere oder sitze ich am Meer. Auch das Werkeln im Garten fördert die Inspiration. Die Bewegung an den Lieblingsorten bringt einen auf andere Gedanken. Der Kopf wird frei. Auch kreative Tätigkeiten nutze ich gern zur Anregung. Ich male, bastele oder fotografiere. Was ich noch anstelle, liest du hier: Was tun, wenn die Schreib-Zeit-Blockade kommt? Du siehst, es bieten sich einige Möglichkeiten die Stimmung aufzuhellen, um mit frischer Kraft die eigenen Projekte zu vollenden. Ich gebe zu, ab und an stehe ich mir selbst im Weg. Spätestens dann hilft mir mindestens eine der Methoden auf den Pfad zurück, um zielstrebig weiterzuarbeiten.  Ich wünsche dir maximalen Erfolg und einen flüssigen Schreibprozess.
17.08.2020
Silke schreibt
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Die kurze Antwort: wenn es mich derart fesselt, dass ich nicht mehr davon loskomme. Ich lese und lese und lese und ... Die längere Antwort habe ich mal in einigen Punkten festgehalten. Sie lässt sich bestimmt um einige Anmerkungen ergänzen. Für mich ist ein Buch ein echtes Lese-Highlight, wenn  es mich von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. die Geschichte in sich schlüssig ist. der Schreibstil flüssig lesbar ist. die Charaktere stimmig sind. ich das Gefühl habe, ich muss lesen, lesen ...  es mich zum Nachdenken anregt. es mich im Innersten berührt. es mir neues Wissen vermittelt. es keine endlosen, überflüssigen Beschreibungen beinhaltet. es der Autor geschafft hat, mich zu begeistern. Ein solches Lese-Highlight war für mich das Buch Wildblumensommer von Kathryn Taylor.  Der flüssige, gelungene Schreibstil der Autorin trägt anschaulich und lebendig die Sommerstimmung Cornwalls, von der ich mich verträumt begeistern ließ. Ich sollte unbedingt mal wieder diesen wunderschönen Landstrich besuchen. Die Story selbst überrascht mit einigen Wendungen, ohne nie ins Oberflächliche abzugleiten.  Da merkt man mal wieder: Bücher sind wie Freunde. Sie sind da, wenn man sie braucht. Sie lachen mit uns, sie weinen mit uns. Sie halten uns und geben uns Energie. Durch sie werden (Lese-) Momente zum Highlight. "Die Bücher erfreuen uns im innersten Herzen.  Sie sprechen mit uns, sie raten uns,  sie sind uns in lebendiger, beredter Vertrautheit verbunden."  (Francesco Petrarca) (Click-to-Tweet) Ich jedenfalls weiß schon jetzt, dass ich das Buch mehrfach lesen werde und sei es nur, um den romantischen Sommer der Wildblumen erneut einzufangen. Und wann ist für dich ein Buch ein Lese-Highlight?
10.08.2020
Silke schreibt
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Das Gute im Urlaub ist ja, dass man sich Zeit für die Dinge nehmen kann, die einem wichtig sind. Schon lange habe ich mich gefragt, wie es an den Schauplätzen meines ersten Krimis IM ZAUBER DER MADONNA wohl heute aussehen mag. Vor fünf Jahren bin ich von Mahlow zurück an die Ostsee gezogen. Den Ort habe ich seitdem nicht mehr besucht. Irgendwie fand sich nie der passende Zeitpunkt ... bis jetzt. Dabei drängten sich schon lange einige Fragen auf: Wie sieht es aus rund um das Mehrfamilienhaus, in dem ich gewohnt habe? Was gibt es für Veränderungen in Mahlow? Welche Wandlungen hat der Ort durchlebt, seitdem ich dort fortgezogen bin? Stimmen einzelne Details mit meinen Erinnerungen noch überein? Um Antworten zu bekommen, habe ich mich auf Spurensuche begeben und kurzerhand ein paar Tage in und um Berlin verbracht. Natürlich bin ich auch in Mahlow gewesen und war mächtig erstaunt. Zwar sieht der Ortskern mit der Kirche noch genauso aus, aber dafür hat sich innerhalb der kurzen Zeit meines Wegzugs das Wohngebiet, welches den Mittelpunkt meines Krimis bildet, sehr verändert.  Hier kannst du nochmal lesen: Warum in meinem Krimi die Tatorte mehr als Schauplätze sind ... Dennoch habe ich alles wiedererkannt im Musikerviertel, nur sieht es rings um das Mehrfamilienhaus eben jetzt anders aus. Neben neu gebauten Häusern sind die Wege der kleinen Grünanlage erneuert und gepflastert worden. Der ausgetretene Fußgängerpfad ist heute ein befestigter Weg. Den kleinen Teich gibt es immer noch. Das Mehrfamilienhaus, in dem ich gewohnt habe, ragt nicht mehr erhaben heraus. Stattdessen umstehen Baucontainer das Gebäude. "Das Gebäude ragte erhaben, inmitten einer Grünanlage, heraus. Vom nahe liegenden Teich waberten dunstige Nebelschwaden empor." (© Silke Boldt) Von den Nachbarn, deren Zusammenleben und Verhaltensmuster mich einst zu dem Krimi inspirierten, sind ein paar fortgezogen. Leider habe ich von den verbliebenen niemanden zu Hause angetroffen. Dennoch bin ich froh, mir die Zeit genommen zu haben, um nach einigen Jahren auf alten Pfaden zu gehen und den Spuren Heinrich Lists zu folgen. Einmal mehr stelle ich fest, wie schnell alles dem Wandel unterliegt und wie kurzlebig die Zeit ist. Aber mit den Umgestaltungen verändern wir uns selbst, und das ist auch gut so. "Zeit, die wir uns nehmen, ist Zeit, die uns etwas gibt." (Ernst Ferstl) (Click-to-Tweet) Neben Mahlow und Berlin habe ich Schwerin in einem Tagesausflug besucht. Eigentlich hatte ich mir noch Baden Württemberg als Urlaubsziel vorgenommen, aber dieses verschiebe ich auf einen anderen Zeitpunkt. Freudenstadt liegt eben nicht an der Ostsee, und letzten Endes ist die Entfernung unwichtig, um sich gut zu erholen.
13.07.2020
Silke schreibt
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Mein Urlaub rückt tatsächlich in greifbare Nähe. Anders als in den vergangenen Jahren weiß ich bislang nur die grobe Richtung der Reise. Meistenteils bleibe ich zu Hause. Den anderen Teil werde ich mit Spurensuche verbringen an jene Orte innerhalb Deutschlands, an denen ich einst gewohnt habe. Mit Sicherheit stöbere ich dort in den mir bekannten Buchläden. Ich komme eben an keinem vorbei und meistens geht das eine oder andere Buch in meinen Besitz über. Ich kenne mich. Anschließend fahre ich mit schwerem Gepäck heim. "Ein Buch passt besser in einen Rucksack als ein Fernseher." (Verfasser unbekannt) (Click-to-Tweet) In jedem Urlaub, ob In- oder Ausland, werfe ich wenigstens einen Blick in die örtlichen Buchläden.  Sie ziehen mich geradezu magisch an. Die meisten führen neben Büchern auch ein breites Sortiment an Mitbringseln, Andenken oder Grußkarten. Ich stöbere mit Vorliebe in den Andenkentischen. Normalerweise kaufe ich keine Bücher im Ausland. Aber in Knightstown/Irland konnte ich mich nicht bremsen. Der gemütliche Buchladen mit angrenzendem Café lud zum Stöbern und Verweilen ein. So landete James Patterson gleich mehrfach in meinem Koffer. In Budapest schlich ich begeistert um einen Bücherwagen. Er war mein persönlicher Renner. In Georgetown/Washington stöberte ich in dem kleinen Buchladen in der Bridge Street. In den USA einen solchen zu entdecken, ist schon abenteuerlich. Deshalb blieb er unvergessen. Der Harry Potter Shop am Flughafen London Gatwick ist ein MUSS für alle Fans. Hier gab es neben Büchern alles, was das magische Herz begehrte. Du siehst, auch im Urlaub war bisher kein Buchladen vor mir sicher. Jeder von ihnen war ein echtes Highlight und es gibt noch viele weitere zu entdecken. Die Zeit des Stöberns in einem Buchladen ist immer Zeit für dich. (Click-to-Tweet) Wie ist das bei dir? Bist du im Urlaub auf der Suche nach einem Buchladen? Oder entdeckst du den eher nebenbei? Gehst du achtlos an ihm vorüber? Egal ob In- oder Ausland, ich wünsche dir einen traumhaften Sommer mit vielen besonderen Momenten. An dieser Stelle lesen wir uns wieder in KW 33. Bis dahin bleib gesund und hab eine gute Zeit. Genieße die Stunden mit deinen Lieben sowie die Augenblicke mit Büchern oder stöbere einfach auf meiner Homepage Silke Boldt.
06.07.2020
Silke schreibt
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Ein Buch zu schreiben und es anschließend selbst zu publizieren, heißt: gewinnen oder verlieren. Egal wie das endet, es ist einen Versuch wert, und natürlich visiert man den Sieg an.  Mein erstes Buch - IM ZAUBER DER MADONNA - habe ich in die Welt geschickt und bin prompt einigen Anfänger-Fehlern im Selfpublishing aufgesessen. Noch einmal passiert mir das nicht. Im Gegensatz zu damals weiß ich heute, dass mein nächstes Buch neben all der Konkurrenz einen starken Auftritt hinlegen muss. Es hilft enorm, wenn man sich über ein paar Dinge im Klaren ist. "Was nicht auf einer einzigen Manuskriptseite zusammengefasst werden kann, ist weder durchdacht noch entscheidungsreif."  (Dwight D. Eisenhower) (Click-toTweet) 1. Fehler: Du glaubst, jemand da draußen wartet auf dein Buch.  Da irrst du dich gewaltig. Im Gewimmel der Veröffentlichungen ist dein Buch eines von sehr vielen pro Jahr. Dein Werk schwimmt mit dem Strom in der Masse. Da kannst du stolz sein, wie du willst. Nur, wenn es sich heraushebt, hat es vielleicht eine Chance. Tief in deinem Inneren weißt du um die Schwierigkeit, ein herausragendes Ranking zu erzielen. Das sollte dich nicht entmutigen. Matthias Matting von der Self-Publisher-Bibel hat Die sieben häufigsten Irrtümer im Selfpublishing veröffentlichender Autoren aufgelistet. Schreibe weiter, auch wenn (vorerst) niemand auf dein Werk wartet. Du tust es, weil es dir Spaß macht und du deine Träume zäh verfolgst. 2. Fehler: Du veröffentlichst dein Buch viel zu schnell, obendrein zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Diesen Fehler habe ich selbst gespürt. Nach gutem Zureden durch Freunde und Familie habe ich mein 1. Buch vorschnell veröffentlicht. Ich dachte, mein 2. Krimi folgt auf dem Fuße. Selbst für den 3. hatte ich bereits das Handlungsgerüst festgehalten. Wie schwierig sich mein Arbeiten gestaltete, habe ich in einem anderen Blogbeitrag festgehalten: Warum mein 2. Krimi mich selbst verfolgte, und wie ich damit umging. Im Nachhinein weiß ich, dieser Fehler warf mich und meine Motivation um Jahre zurück. 3. Fehler: Dein Buch wirkt nicht professionell. Cover, Titel, Klappentext, Preis - sei ehrlich, stimmt die Einheit? Kannst du die Kernaussage deines Buches in einem einzigen Satz wiedergeben? Es gibt einige Dinge, die man, erst recht als Selfpublisher, beachten muss. Natürlich passieren Fehler, gerade als Einsteiger, doch aus Fehlern zu lernen, ist die Grundvoraussetzung, damit es beim nächsten Mal besser klappt. Auch hierzu fand ich einen nützlichen Beitrag in der Self-Publisher-Bibel: Die sieben häufigsten Anfänger-Fehler im Selfpublishing 4. Fehler: Du übertreibst es mit Social Media. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wenn du dich auf zu vielen Social Media Kanälen tummelst, bleibt kaum Zeit zum Schreiben. Natürlich macht das Spaß, hier ein Bild und dort ein Spruch und zwischendurch die Kommunikation mit einem Follower. Schwupp sind zwei Stunden um, in denen du doch schreiben wolltest. Am Ende ärgerst du dich über dich selbst, die verplemperte Zeit, im schlimmsten Fall sinkt deine Motivation. Ich habe die Reißleine gezogen und meine Präsenz genau überdacht. Neben Social Media halten dich weitere Störfaktoren vom Schreiben ab - wenn du es zulässt. Lies mal: Die Wahrheit über 6 Gründe und mehr, die mich vom Schreiben ablenken. 5. Fehler: Du nimmst 1* Rezensionen als persönliche Kränkung wahr. Ja, wenn du dein Buch der Öffentlichkeit preisgibst, machst du dich angreifbar. "Schreiben ist gefährlich, weil man nicht sicher sein kann, dass die eigenen Worte so gelesen werden, wie man sie gemeint hat."  (Verfasser unbekannt) (Click-toTweet) Da gibt es nette Äußerungen und solche, die dein Werk zerreißen und dir als Autor Unfähigkeit bescheinigen. Das tut weh, aber er/sie darf seine/ihre Meinung frei äußern, selbst wenn du sie ungerechtfertigt findest. Es ist ein Lernprozess - mal länger, mal kürzer - damit umzugehen. Das Schlimmste ist, wenn dich so eine Kritik entmutigt weiter zu schreiben, du gar alles infrage stellst.  Das Literaturcafe gibt nützliche Tipps zum Umgang mit Kritik und Kritikern.  Arbeite an deiner Profession und gib sie nicht auf, nur wegen eines negativen Kommentars.  Es liegt an dir, dich mit einem erstklassigen Werk ins Gedächtnis der LeserInnen zu schreiben. Auch Autoreninterviews: Autoreninterview mit Silke und Zeitungsmeldungen: Was die Presse über mich und meinen Krimi berichtete und Mein Buch und ich in der Zeitung helfen dir, nachhaltig in Erinnerung zu bleiben. Ich wünsche dir maximale Erfolge bei der Verwirklichung deines Traumes und hoffe, eines Tages dein Buch lesen zu dürfen. Ich freue mich darauf. 
Das 1. Halbjahr 2020 nähert sich dem Ende, Zeit für eine Lese-Zwischenbilanz. Bisher habe ich 39 Bücher gelesen. Wie immer zog sich mein Leseinteresse quer durch die Genre. 1. Thriller: 11 / Erotic Thriller: 1 / Krimi: 2 2. Frauen/Drama: 8 3. Gesellschaftsroman: 6 Die übrigen 11 Bücher verteilten sich auf die Genre: Jugend/Fantasy, Liebe, History, Urban Fantasy und Kurzgeschichten. Meine 5 seitenstärksten Buchexemplare: 1140 Seiten - Bis ich dich finde von John Irving 1022 Seiten - Harry Potter und der Orden des Phönix von J. K. Rowling   767 Seiten - Harry Potter und der Feuerkelch von J. K. Rowling   624 Seiten - Tage des Sturms von Iny Lorentz   621 Seiten - Das Kreidekreuz von Ulrike Schweikert Meine 5* Lese-Favoriten: Die Landkarte der Liebe von Lucy Clarke Those Girls - Was dich nicht tötet von Chevy Stevens Harry Potter und der Feuerkelch von Joanne K. Rowling Ein ganzes halbes Jahr von Jojo Moyes Tage des Sturms von Iny Lorentz Aus meinem Bücherregal aussortiert: Sirenengesang. Die Spuren schrecken von Karl Heinz Berger Neben den Favoriten möchte ich euch meine größten Überraschungen nicht vorenthalten: Das Leuchten in mir von Grégoire Delacourt -  Den großartigen psychologischen Spannungsroman habe ich verschlungen. Die bewegende Story ist eine Hommage an das Leben. Der Autor war mir bisher nicht geläufig. Ich werde nach weiteren Titeln von Delacourt Ausschau halten. Das Porzellanmädchen von Max Bentow -  Der Thriller besticht mit einer dichten, unheimlichen Atmosphäre. Bentow schuf eine raffinierte Buch-in-Buch-Geschichte. Manchmal schienen beide miteinander zu verschmelzen - absolut lesenswert. Bis ich dich finde von John Irving -  Das komplexe Werk zeichnet tiefgründig die Suche eines Sohnes nach seinem Vater. Das Ringen, das Leben von Prostituierten, Freundschaft, Sex, sexuelle Vorlieben, eine gestohlene Kindheit und Erinnerungen bilden den Kern der Geschichte - ein Meisterwerk Irvings. Und wie sind die Aussichten auf kommende Lesewunder? Derzeit lese ich : Dornenmädchen von Karen Rose. Oben auf meinem SuB liegt: Im Kreis des Wolfs von Nicholas Evans. Was ich danach lese, wird sich zeigen. Meine Neugier auf Bücher ist jedoch unersättlich. "Ein Verstand braucht Bücher, wie ein Schwert den Schleifstein." (Syrio Forel) (Click-to-Tweet) Auf jeden Fall geht es spannend in das 2. Lesehalbjahr 2020 📚 Ich freue mich darauf, in neuen Büchern zu versinken 😉 Wie viele Bücher hast du im 1. Halbjahr 2020 gelesen? Welche sind deine Favoriten?

Mein Lesestatus

Lebenslänglich

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Leben in der Strafkolonie