Silke Boldt Autorin
Silke BoldtAutorin  

Inhalt:

     Alina hat das Grauen erlebt und weiß nicht, wie sie damit umgehen soll. Ihr Vertrauen in das Gute im Menschen ist erschüttert. Doch steht sie damit nicht allein. 

     Es gibt Tage, an denen das Schicksal die Dinge übernimmt. Manchmal entsendet es einen Menschen, mit dem Ereignisse in Gang gesetzt werden, die man nie für möglich hält. Mit Alinas Albtraum erwacht ein Déjà-vu, ziehen die dunkelsten Stunden ihres Lebens erneut herauf. Bruchstückhaft setzen sich die Erinnerungsstückchen zusammen, formen ein Bild, welches sie seither in ihrem Innersten quält. Wieder reihen sich schlaflose Nächte aneinander, wieder drängen sich dieselben Fragen auf. Mit Alina lebt das Vergangene wieder auf, kehrt die Hölle auf Erden zurück. Wieso kann ein Mensch sich jahrelang mit dem Schicksal abfinden? Die Pein gilt es abzustreifen wie einen alten Schuh. Doch sie klebt wie eine zweite Haut, von der man sich endlich lösen muss, bis der Tod den Weg bestimmt und sich die Ereignisse überschlagen ...

 

Der neue Fall schickt List an die Grenze des Belastbaren. Auf die Verbrechen findet er keine Antworten, und mit den Fragen nach dem Recht oder Unrecht tut er sich schwer. 

 

Ist er den Herausforderungen seines Berufes noch gewachsen?

Leseprobe:

     Alina öffnete blinzelnd die Augen. In dem Raum war es dunkel. Nur durch die spaltbreit geöffnete Tür flutete Licht herein. Dumpfes Gelächter drang an ihr Ohr. Sie richtete den Oberkörper auf, stützte sich mühsam mit dem Ellbogen ab. Sie lag nackt auf einer Matratze mitten im Atelier. Die verhängte Staffelei stand neben ihr.

    »Paul?« Ihre Stimme brach. Sie versuchte aufzustehen. Ein beißender Schmerz trieb ihr Tränen in die Augen. Ihre Körpermitte brannte lichterloh. Wimmernd fiel sie zurück.
      »Paul? Wo bist du?« Keine Antwort. 
Ein widerlicher Nachgeschmack kratzte in ihrer Kehle. Sie biss die Zähne zusammen und versuchte erneut aufzustehen. Ihre Beine gehorchten ihr nicht. Eine Schmerzwelle überwältigte sie, pulsierte in ihrem Unterleib. Angstschweiß trat auf ihre Haut. 
     Im Lichtstrahl des Türrahmens erschien schemenhaft ein Mann. »Sie ist wach, Jungs. Die Party kann weitergehen.« Er lachte obszön.

      Ein zweiter knipste das Licht an und schob sich durch die Tür.
     Alina rollte sich zusammen, presste die Hand auf den Unterleib. 
    »Wie geht es ihr?« 
    Sie erkannte die ängstliche Stimme. »Paul?«, hob sie mühsam den Kopf. Es schien ihr, als explodierten in ihm tausend Sterne.
    Pauls Gesicht widerspiegelte das blanke Entsetzen ...

Infos & Logbuch:

Seitenzahl: 87

 

Mein Lesestatus

Das Kreidekreuz

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Zeit der Bauernkriege